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Das Zamas - Fest der Kulturen Der 15. Juni 2024 war ein Tag ganz im Zeichen der südosteuropäischen Kultur.

Die Liebe der Deutschen zu Griechenland ist sprichwörtlich, die Liebe Münchens, dem manchmal sogenannten Isar-Athen, zu Griechenland ist ganz besonders. Das spürt man schon, wenn man Richtung Westen über den Königsplatz an der Ruhmeshalle von Leo von Klenze vorbeifährt.

Copyright: Copyright Ivana Bilz, 2024. All rights reserved.

Die Beziehungen zum Land, den Leuten und innerhalb der griechischen Gemeinde selbst sind so vielfältig, dass es vor zwei Jahren Zeit war, ein neues Festival auf dem Werksviertel-Mitte vorzustellen.

 

Zamas, zum Zweiten, begann auch heuer, am 15. Juni, wieder am Container Collective. Wer nur einen Kaffee gefrühstückt hatte, war schon mal richtig. Am frühen Mittag probierte man vielleicht Olivenöl mit Weißbrot beim Stand, wo Panos Doumakis, Organisator des Festivals, mit seinen Kindern saß. Dann war es aber ein wichtiger Tipp von Chiara Scholz, der charmanten Betreuerin des Festivals von der eventfabrik, das Greek BBQ Sandwich, den Souflaki im Teigmantel als Grundlage für spätere Drinks neben der großen Open-Air-Bühne einzusetzen.

Bildinfo: Copyright: Copyright Ivana Bilz, 2024. All rights reserved.
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Neben den Ständen mit Folkloristischem, im Atelier Valérie, erklärte Sofia Arpatzoglou ihre auratisch strahlenden Hochformate mit Abdrücken von menschlichen Körpern: Der Abdruck gibt einerseits Zeugnis vom individuellen Charakter, andererseits, allgemein, vom Kommen und Gehen der Menschen und vom Wiederkommen.

 

In die Gerüche über den Ständen mischten sich Gypsy-Swing-Klänge. Das Trio „Acoustic Caravan“ erinnerte mit Akkordeon, Gitarre und Bass an Django Reinhardt, die Legende.

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Vladislav Cojocaru (Akkordeon), Vlado Grizelj (Gitarre) und Peter Cudek (Bass) stammen aus Moldawien, Bosnien-Herzegowina und der Slowakei. In der Rückbindung zu ihren Regionen und musikalischen Idiomen haben sie ihren eigenen Django-Gypsy-Sound entwickelt. Der fulminante Peter Cudek am Bass ist ganz versonnen während seines Solos. Vladislav Cojocarus Melodiebögen fliegen artistisch hoch, werden aber gut von Vlado Grizeljs Gitarre gehalten.

 

Das Trio hatte sich ins Halbdunkel des Containers, wo in einem Nebenraum auch Kurzfilme liefen, zurückgezogen. Daneben standen dicht gedrängt unter einer Plane die Tänzerinnen und Tänzer der Tanzwerkwerkstatt München in ihren historischen Kostümen und warteten, dass der Regen aufhörte.

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Fingen dann aber einfach an mit ihrer Rundreise durch die Tänze der Inselwelt von Kos bis Icaria, immer wieder sinnbildlich den großen Kreis aller eingehakten Mitwirkenden bildend, ein Sonnenzeichen? Ein einfaches Zeichen aus dem Sirtaki, unnachahmlich in Stolz und Festlichkeit. Ein Sonnenzeichen! Der Regen hatte sich erstmal verzogen.

 

Das war das Fanal zu einer Serie von vier tollen Bands auf der Open-Air-Bühne hinter den Containern der Speicherstraße.

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Bei Eskises werden unendliche Fäden der Klarinette (Ufuk Bakirdögen) zu Teppichen gewebt, auf die man sich nur in der Luft setzen kann, nur dort bleiben sie für kurze Zeit fest. Fliegende Teppiche, nur für den Nahverkehr. Im schnell eintreffenden Turnaround stürzt die ganze Mannschaft clownesk taumelnd ab und baut das Ganze dann mit eilfertigem Accelerando wieder auf. Türkische Texte, türkisch humorige Possen.

 

Das klassisch mit Bouzouki, Geige (Perc) und Gitarre besetzte Rembetiko-Trio Moumourakia sieht es wieder griechisch festlich. Ganz hermetisch schöne Bouzouki, wunderbare Synkopen, die das Unausweichliche auf ihre Art feiern. Rückwärtsfallen, dabei nach vorne rennen und trotzdem ankommen!

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Die achtköpfige Band Pnema hat die verschiedenen Positionen doppelt besetzt und auch die Perkussionsabteilung ist mächtiger. Sonja Weis, Sängerin, wird gelegentlich männlich mehrstimmig unterstützt.

 

Viel wurde getanzt, vorher schon. Aber als die Express Brass Band mit tausend Tröten die Bühne erobert, endet ein harmonischer Festivaltag mit mäßig leidenschaftlichem Wetter als heftige Zamas-Party. Gut ein Dutzend Tröten können auf die Schnelle nicht optimal eingepegelt werden. Nach einem ersten akustisch vertretbaren Zwischenstand hält es Wolfgang „Woife“ Schlick nicht mehr auf der Bühne. Vom silbernen Helikonkörper seiner Skylla umschlossen, bahnt er sich den Weg durch die Kabel-Cases unters Publikum und die Post geht ab. Aus Maghreb von Karthago bis zum Rif schallt´s den Griechen entgegen.

 

Ui-ui! Hammas? Jo, mir hamms!

 

Text: Michael Wüst

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