Okt
19
2019
Samstag, 19 Oktober, 2019
19:00 - 02:00 Uhr

EASTERN MUNICH

Das Kunstprojekt im öffentlichen Raum EASTERN MUNICH setzt sich mit den Themen Interkulturalität und Interreligiosität in der Stadt München auseinander. 
Im Zentrum steht die Frage, wie sich Religionen im Stadtraum und davon ausgehend in der Gesellschaft manifestieren. Sakralbauten werden dabei als zentrale Räume der monotheistischen Religionen gedeutet. Diese sind allerdings für viele Menschen der modernen urbanen Gesellschaft abgekoppelte und „verschlossene“ Räume, die im Alltag, trotz ihrer Präsenz im Münchner Stadtbild, mit einer unbewussten Hemmschwelle verbunden sind. 
Auch werden Sakralbauten nur von wenigen Menschen, selbst Gläubigen, besucht und trotz ihrer Dichte abgesehen von touristischen Anreizen wie beim Beispiel der katholischen Frauenkirche kaum wahrgenommen. Zudem suchen religiös lebende Menschen oft nur die eigene Religion in ihrer jeweiligen Kirche, Synagoge oder Moschee auf. Damit bleiben Religionen innerhalb einer Großstadt letztlich untereinander separat, opak und in ihrer jeweiligen Eigenheit und ihrem Potenzial oft unverstanden.
Die Intervention EASTERN MUNICH will diese Grenzen aufbrechen und neue intuitiv zugängliche Erfahrungsräume eröffnen. Basis künstlerischer Formgebung ist das Licht. EASTERN MUNICH projiziert in großangelegten Videoprojektionen auf den Boden eines ausgewählten öffentlichen Platzes im Herzen der Stadt (Wittelsbacher Platz) die Grundrisse verschiedener vergangener, heutiger und zukünftiger religiöser Bauten und Räume aus München. 
Durch das Überlagern und Ineinanderschieben der Projektionen lebensgroßer Sakralbauten werden die Grundrisse im öffentlichen Raum nicht nur sichtbar, sondern durch ihre Offenlegung auch „betretbar“ und ermöglichen so virtuelle Grenzüberschreitungen. Dadurch möchte EASTERN MUNICH neue Erfahrungen provozieren: Was sind die Eigenheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der monotheistischen Religionen, die sich an ihren Sakralbauten im Stadtbild zeigen? Welche Asymmetrien ergeben sich zwischen der Sichtbarkeit im Stadtbild Münchens und der Präsenz von Religion(en) in öffentlichen Diskursen? Welchen Einfluss haben diese Spannungsverhältnisse auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Religion und Interreligiösität? Wie lassen sich vergangene (zerstörte), gegenwärtige und zukünftige (virtuelle) in ihrem Verhältnis zueinander erfahrbar machen und welche Spannungen ergeben sich daraus? Wo befinden sich psychologische Grenzziehungen und wo sind Grenzüberschreitungen nötig und möglich?
Das Projekt wird von der interdisziplinären Medienkünstlerin Lia Sáile in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Michael Reder (Lehrstuhl für Praktische Philosophie, Schwerpunkt Völkerverständigung an der Hochschule für Philosophie München) entwickelt. Trägerin des Projekts ist die whitebox Kultur gGmbH in Kooperation mit der Hochschule für Philosophie München.

Veranstaltungsort

whiteBOX
WERK3 | Atelierstraße 18
81671 München

Kontakt

Telefon+49 89 215 446 22 0
E-Mail
Webhttp://www.whitebox.art
Facebook

Geländeplan