FRIEDERIKE WILD ORDNET KULISSEN
Friederike Wild arbeitet als Hallenmeisterin bei der eventfabrik münchen. Dort ist sie für die TonHalle, das Technikum und das WERK7 theater verantwortlich. Dort erlebt sie Metal-Konzerte, Lesungen oder auch schon mal eine meditative Kakao-Zeremonie. An Veranstaltungstagen ist sie die Erste, die kommt, und die Letzte, die geht.
IM WERKSVIERTEL-MITTE SEIT: 2007
Friederike Wild hat drei Kinder. Ihr Lieblingskind ist die Älteste. 7 Meter hoch, fast 40 Meter lang, gut 30 Meter breit. „Ich mag die TonHalle einfach“, sagt die 49-Jährige über die Kartoffellagerhalle im Werksviertel, die 2004 zu einer Konzert- und Eventlocation umfunktioniert wurde. Etwas mehr als 2000 Menschen können hier feiern. Genau die richtige Größe. „Da geht bei vollem Haus schon richtig die Post ab. Und trotzdem fühlen sich die Konzerte noch clubbig an.“
Neben der TonHalle betreut die Hallenmeisterin auch das Technikum und das WERK7 theater. Was genau macht eine Hallenmeisterin? „Ich bin das sprichwörtliche Mädchen für alles“, sagt Friederike Wild. „Ich bin die Erste, die kommt, die Letzte, die geht. Ich sage stopp, wenn etwas nicht korrekt geplant oder aufgebaut wird. Ich helfe, wenn ein Veranstalter nicht weiterweiß. Ich bin Ansprechpartnerin, wenn etwas gebraucht wird.“ Das alles passiert vor oder nach einer Veranstaltung. Während der Events koordiniert Friederike Wild außerdem das Service-Team für die Garderobe und die Gastro. Dass sie dieses Pensum gut schafft, liegt auch an den Besonderheiten des Veranstaltungskalenders. „Im Frühling und Herbst, wenn der Indoor-Veranstaltungskalender voll ist, habe ich volles Programm. Im Sommer dagegen liege ich an der Isar“, sagt Friederike Wild. So etwas wie eine typische Arbeitswoche gibt es bei ihr einfach nicht. Ihr Arbeitsalltag ist so abwechslungsreich wie das Veranstaltungsprogramm. Und das reicht von der meditativen Kakao-Zeremonie über schweißtreibende Metal-Konzerte bis zu Lesungen.
Neben der Vielfalt schätzt Friederike Wild an ihrem Job, dass sie am Ende eines jeden Tages beziehungsweise der halben Nacht weiß, was sie geschafft hat. Außerdem mag sie die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Veranstaltern und Bands. Mit denen sie dann auch schon mal eine Karaoke-Session nach dem Konzert erlebt. Oder aus Versehen im Biergarten der NachtKantine Kartoffeln erntet. „Ich stand an einem Samstag im Herbst mit einem Veranstalter und Runner zusammen, und unser Gespräch drehte sich irgendwie um Selbstversorgung. Und plötzlich fiel mir auf, dass das in den Pflanztrögen im Biergarten tatsächlich Kartoffelpflanzen waren.“ Also begannen die drei aus der Laune heraus in der Erde zu graben. Mit Erfolg. „Rund 10 Kilogramm haben wir ausgebuddelt und fair geteilt“, lacht Friederike Wild. Wer genau die Kartoffeln und zu welchem Zweck dort gepflanzt hat, weiß sie bis heute nicht. Und auch nicht, ob sie jemand hinterher vermisst hat. Sie hat allerdings so eine Vermutung: „Bestimmt war das wieder so eine Idee von Werner … Als Erinnerung an die alte Kartoffelfabrik.“
FOTOGRAFIERT IM WERK7 THEATER
Zu Pfanni-Zeiten wird das WERK7 als Lagerhalle genutzt. Später im Kunstpark Ost ist hier eine Beachvolleyballanlage untergebracht. Wie die TonHalle, einst als Kartoffellager IV im Jahr 1968 fertiggestellt, ist das WERK7 seit der Sanierung und dem Umbau 2017 Heimat für Musical- und Theatervorstellungen. Eine Besonderheit ist dabei die 180-Grad-Bühne, die für eine besondere Nähe von Publikum und Auftretenden sorgt. Die drei Zuschauertribünen bieten bis zu 680 Menschen Platz. Auch andere Veranstaltungen wie Vorträge, Podiumsdiskussionen und die seit bereits mehreren Jahren dort stattfindende Super-Bowl-Party erfreuen sich großer Beliebtheit.
T RÄUME.
Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Transformation eines Stadtquartiers. Eine Ausstellung der Werksviertel-Mitte Stiftung zum 30-jährigen Stiftungsjubiläum.
Ort: whiteBOX, Werksviertel-Mitte, Atelierstraße 18
Vernissage: 14.10. · 18:00 Uhr
Lange Nacht der Museen: 17.10. · ab 18:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 14.10. – 31.10.2026