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T RÄUME. Leben rund um die Uhr 04 Uhr - CHRISTIAN SCHNITTER

Was macht einen Ort zu dem, was er ist? Anhand der Stunden eines Tages zeigt die Ausstellung T RÄUME 24 Porträts von Menschen, die mit ihrer persönlichen Geschichte und ihrem Wirken die Räume unseres Stadtquartiers nachhaltig prägen oder geprägt haben.

Christian Schnitter in der Speicherstraße. T RÄUME - 24 Stunden im Werksviertel-Mitte. Eine Ausstellung zum 30-jährigen Jubiläum der Werksviertel-Mitte Stiftung. Fotograf Julian Schulz Copyright: Julian Schulz

CHRISTIAN SCHNITTER PASST AUF DICH AUF

Christian Schnitters Arbeitsplatz ist überall im Werksviertel-Mitte. Er ist Schutzmann bei der Werksviertel Schutz GmbH. Mit seinen Kollegen ist er für die Menschen rund um die Uhr da.

IM WERKSVIERTEL-MITTE SEIT: 1999

Christian Schnitter hat Spengler gelernt. „Das ist so etwas wie Dachdecker, bloß mit Blech“, fügt er lachend hinzu, nachdem er den nachdenklichen Blick seines Gegenübers bemerkt hat. Ins Werksviertel und seinen heutigen Beruf als Schutzmann ist er einfach so reingerutscht. „Ich habe neben meiner Ausbildung hier in der Security gejobbt.“ Das war 1999. Zu dieser Zeit war in die ehemaligen Pfanni-Werke längst der Kunstpark Ost eingezogen. In dieser Zeit wird Christian Schnitter bewusst, dass Sicherheit sein Ding ist.

Er hätte das schon früher im Leben bemerken können. „Mit neun Jahren war ich Schulhofaufsicht“, erinnert er sich. Eigentlich ein Job, um den sich in dem Alter kaum jemand reißt. Aber Christian Schnitter macht ihn gern. Dabei geht es ihm damals wie heute nicht um das sture Einhalten von Regeln. „Regeln sind zum Brechen da.“ Er mag es einfach nur gern, dass die Dinge ihre Ordnung behalten und alle miteinander klarkommen. Dass ihm das Thema Sicherheit im Blut steckt, könnte auch mit seinem Vater zu tun haben. Schon der war nämlich Sicherheitsmann.

Die Arbeit im Sicherheitsteam im Kunstpark Ost und später in der Kultfabrik und dem Werksviertel-Mitte gefällt Christian Schnitter bereits als Jugendlicher so sehr, dass er einfach bleibt. Er mag das Team, und dass kein Tag dem anderen gleicht. Selbst wenn sich sein Blick auf Menschen durch die Erfahrungen in seinem Job verändert hat. Er verlässt sich zum Beispiel ungern auf das, was ihm jemand sagt. „Ich achte stattdessen lieber darauf, wie Menschen tatsächlich handeln.“ Zu oft hat er erlebt, wie jemand minutenlang beteuert, dass er verstanden und eingesehen habe, dass er heute nicht in den Club reinkommt, nur um wenig später – „sobald wir ihm den Rücken zugedreht haben“ – das genaue Gegenteil zu versuchen. Sein Lieblingstag im Werksviertel ist der Donnerstag. „An dem Tag ist immer schon richtig was los, aber noch nicht zu viel“, findet Christian Schnitter. Genau das richtige Maß eben. In dem die Dinge viel leichter ihre Ordnung behalten und alle miteinander klarkommen.

FOTOGRAFIERT IN DER SPEICHERSTRASSE
Die Speicherstraße ist die zentrale, verkehrsberuhigte Achse im Werksviertel-Mitte. Sie entstand nach und nach aus der durchgehenden Betonierung zwischen den bis heute sichtbaren Rillenschienen aus dem Jahr 1966 sowie den danach ständigen Erweiterungen durch die Ausbaustufen des WERK3 in Richtung Westen.

Heute säumen zahlreiche Bars, Clubs und Restaurants die belebte Straße zwischen dem Beginn von WERK3 und dem zukünftigen Dorfplatz vor dem WERK1.4. Die Fotos mit Christian Schnitter entstanden vor dem neuesten Teil des WERK3 aus dem Jahr 2014, der zugleich den Beginn der Speicherstraße aus Richtung Westen kommend markiert.

T RÄUME.

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Transformation eines Stadtquartiers.
Eine Ausstellung der Werksviertel-Mitte Stiftung zum 30-jährigen Stiftungsjubiläum.

Ort: whiteBOX, Werksviertel-Mitte, Atelierstraße 18

Vernissage: 14.10. · 18:00 Uhr

Lange Nacht der Museen: 17.10. · ab 18:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 14.10. – 31.10.2026

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