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T RÄUME. Leben rund um die Uhr 13 Uhr - ISABEL VACHENAUER FOLGT EINER BERUFUNG

Was macht einen Ort zu dem, was er ist? Anhand der Stunden eines Tages zeigt die Ausstellung T RÄUME 24 Porträts von Menschen, die mit ihrer persönlichen Geschichte und ihrem Wirken die Räume unseres Stadtquartiers nachhaltig prägen oder geprägt haben.

Isabel Fachenauer im Restaurant Guatemuc im ECKhaus.T RÄUME - 24 Stunden im Werksviertel-Mitte. Eine Ausstellung zum 30-jährigen Jubläum der Werksviertel-Mitte Stiftung. Fotograf Julian Schulz Copyright: Julian Schulz

ISABEL VACHENAUER FOLGT EINER BERUFUNG

Isabel Vachenauer hat einst ihre Ausbildung zur Bürokauffrau bei Pfanni gemacht. Kurz danach kehrte sie dem Unternehmen erst einmal den Rücken, um sich anderen wichtigen Aufgaben im Leben zu widmen: ihren Kindern. Vor acht Jahren kehrte sie ins Werksviertel-Mitte zurück, um mitzuhelfen, das Guatemuc zu gestalten. Heute unterstützt sie die Werksviertel-Mitte Stiftung und das guatemaltekische Honorarkonsulat.

IM WERKSVIERTEL-MITTE SEIT: 1985 UND WIEDER SEIT 2018

Wenn alles nach Plan verläuft, wird Isabel Vachenauer demnächst im Werksviertel-Mitte genau den Job antreten, den ihre Mutter schon innehatte: Assistentin des guatemaltekischen Honorarkonsuls. Zu Pfanni-Zeiten hatte die heute 60-Jährige sogar schon ihre Ausbildung zur Bürokauffrau bei Pfanni gemacht. Nach Abschluss der Ausbildung arbeitete sie noch für ein paar Monate in der Personalabteilung, bevor sie das Unternehmen verließ und sich lange Jahre ihrer Familie und ihren zwei Kindern widmete.

2018 kehrte Isabel Vachenauer ins Werksviertel-Mitte zurück. Zunächst, um das Guatemuc mitzugestalten. Das Lokal im ECKhaus ist ein Ort, der sich warm anfühlt und eine angenehme Geborgenheit ausstrahlt. „Eigentlich sollte ich nur eines der Waschbecken mit guatemaltekischen Mustern bemalen“, erklärt die 60-Jährige, die auch die Kunst des Porzellanmalens beherrscht. Doch im Gespräch mit den Machern des Lokals wird schnell klar, dass sie mehr für das Lokal tun kann. Das Guatemuc sollte wie ein typisches guatemaltekisches Lokal aus den 1950er-Jahren aussehen. Und Isabel Vachenauer hatte genau dafür ein gutes Gespür.

Etwa bei der Gestaltung der Tische. „Das sind tatsächlich authentische guatemaltekische Holztüren.“ Die fand Isabel Vachenauer nach langer Recherche in Graz. „Ein sehr heimatverbundener Guatemalteke hatte sie sich in sein Haus in Graz einbauen lassen.“ Als dieser sein Haus verkaufte, konnten die neuen Eigentümer mit dem Stil der Türen wenig anfangen. Für Isabel Vachenauer und das Guatemuc waren sie dagegen ein Geschenk. Was der eine, ohne zu zögern, wegwerfen würde, ist für einen anderen ein Schatz.

Sofort ins Auge fallen im Guatemuc auch die vielen bunten Kissen. „Einige davon erhielten wir von einer Kooperative, die indigene Frauen unterstützt, die Stoffe nach Webmustern alter Tradition herstellen“, erzählt Isabel Vachenauer. Zu den stimmigen Einrichtungsdetails gehört auch die Farbe des Bodens. „Es ist die Farbe der schwarzen Bohne, welche aus der Küche Guatemalas nicht wegzudenken ist.“ Sie besorgt außerdem die sogenannten Tecomates, ausgehöhlte Kürbisse, die in früheren Zeiten als Trinkgefäße dienten und im Guatemuc zu Lampen umfunktioniert wurden.

Nach Abschluss des Projekts wird Isabel Vachenauer gefragt, ob sie nicht bleiben will. Im Honorarkonsulat soll eine Nachfolgerin für Karin Wölfel, die einst von Isabel Vachenauers Mutter für die Position vorgeschlagen wurde, eingearbeitet werden. Die Werksviertel-Mitte Stiftung kann zudem ortskundige Hilfe beim Freundeskreis GuatePro gebrauchen, um Hilfsaktionen in Guatemala noch besser zu organisieren. Isabel Vachenauer, deren Familie in Teilen noch immer in Guatemala lebt, sagt zu. Zum einen, weil sich im Honorarkonsulat ein Lebenskreis schließen würde. Zum anderen, weil ihr dieses neue Werksviertel-Mitte gut gefällt. Sie mag, dass das Viertel kreativen Menschen Freiräume lässt. Dass hier die Menschen – jung wie alt – zueinanderfinden. „Es ist ein besonderer Ort, der mit viel Liebe gestaltet ist. Ich hoffe, die Menschen spüren das.“

FOTOGRAFIERT IM ECKHAUS
Schon zu Zeiten von Pfanni wurden in genau diesen Räumen Speisen gereicht. Allerdings zu Testzwecken. Bei der Qualitätskontrolle verkosteten Sensorik-Prüferinnen die hergestellten Produkte am sogenannten Test-Drehtisch beim täglichen Verbrauchertest. Heute kommen hier wieder typische Gerichte auf den Tisch: in Münchens einzigem guatemaltekischen Restaurant, dem Guatemuc.

T RÄUME.

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Transformation eines Stadtquartiers.
Eine Ausstellung der Werksviertel-Mitte Stiftung zum 30-jährigen Stiftungsjubiläum.

Ort: whiteBOX, Werksviertel-Mitte, Atelierstraße 18

Vernissage: 14.10. · 18:00 Uhr

Lange Nacht der Museen: 17.10. · ab 18:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 14.10. – 31.10.2026

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