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T RÄUME. Leben rund um die Uhr 14 Uhr - BENJAMIN KÖNIG PLANT ZUKUNFT

Was macht einen Ort zu dem, was er ist? Anhand der Stunden eines Tages zeigt die Ausstellung T RÄUME 24 Porträts von Menschen, die mit ihrer persönlichen Geschichte und ihrem Wirken die Räume unseres Stadtquartiers nachhaltig prägen oder geprägt haben.

Benjamin König im WERK1. T RÄUME - 24 Stunden im Werksviertel-Mitte. Eine Ausstellung zum 30-jährigen Jubläum der Werksviertel-Mitte Stiftung. Fotograf Julian Schulz Copyright: Julian Schulz

BENJAMIN KÖNIG PLANT ZUKUNFT

Benjamin König ist seit 10 Jahren Projektentwickler bei der OTEC. Er betreute bisher Projekte wie das WERK1, das WERK17, den Aufbau des Riesenrades und den Abriss der Zündapp-Halle. Bauen heißt für ihn immer auch ein Stück weit improvisieren. Einen planerischen Entwurf vom Papier eins zu eins in die Praxis zu übertragen? So gut wie unmöglich.

IM WERKSVIERTEL-MITTE SEIT: 2016

Benjamin König ist Bauingenieur und Vater eines der Kinder in der Kinderinsel, der Kindertagesstätte im Werksviertel-Mitte. Durch genau diese Kombination ist er im Jahr 2016 in den Augen der anderen Eltern der Elterninitiative bestens dafür qualifiziert, mit der OTEC, der Bauherrin des Werksviertel-Mitte, über die notwendigen Baumaßnahmen zu sprechen. So kommt es, dass Benjamin König vor rund 10 Jahren mit Eric Heppt und Werner Eckart zusammensitzt, über die Kinderinsel und das Werksviertel-Mitte als solches spricht und einige Wochen später einen neuen Job bei der OTEC anfängt.

„Zuvor hatte ich an Projekten wie den Pasing Arcaden oder dem neuen TÜV-Gebäude gearbeitet“, sagt Benjamin König. Aber das Werksviertel-Mitte, wie es den Planern des Quartiers vorschwebte, löste in ihm etwas aus. „Damals wusste ich, dass Stadtplanung ein sehr schwieriger Prozess ist. Aber die Form der Stadtplanung, wie sie die OTEC umsetzen wollte, von der dachte ich das erste Mal, dass sie langfristig richtig gut funktionieren kann.“ Zu dieser anderen Stadtplanung gehörten zum Beispiel das konsequente Bauen im Bestand und die Auseinandersetzung mit der Identität des Geländes als Kartoffelfabrik. Also bewarb er sich initiativ und bekam tatsächlich einen Job.

„Was mir besonders gefallen hat, war dieser hemdsärmelige Ansatz.“ Zunächst das gemeinsame Ziel definieren und dann einfach machen und losmarschieren. Natürlich nicht, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren und immer wieder zu prüfen, ob die Richtung noch die richtige ist. „Einen planerischen Entwurf vom Papier eins zu eins in die Praxis zu übertragen, halte ich für unmöglich. Auch bei den besten Planern ergeben sich im Entwicklungsprozess Veränderungen.“

Im Werksviertel-Mitte war Benjamin König bisher für die Projektentwicklung des WERK1 verantwortlich. Dann für das WERK17. Nun wieder für das WERK1. Hier entstehen gerade die ersten Wohnungen auf Zeit im Werksviertel-Mitte sowie neue Büroräume für die Menschen und Unternehmen, die sich um den Quartiersbetrieb kümmern. Zwischendrin hat Benjamin König noch daran mitgewirkt, das größte portable Riesenrad der Welt im Quartier aufzustellen. „Im Grunde war das auch wie ein Bauprojekt“, sagt er.

Fragt man Benjamin König, wann ihn das Werksviertel-Mitte zuletzt überrascht hat, antwortet er: „Es überrascht mich jeden Tag. Ich staune, wie unterschiedlich die Menschen hier sind. Wie unterschiedlich sie an Projekte herangehen. Welche Ideen – manchmal auch sehr herausfordernde – sie einbringen. Und oft auch, welche Vorstellungen sie davon haben, wie lange eine Projektentwicklung oder Bauen an sich dauert.“ Benjamin König ficht das nicht an. „Wir haben hier einen guten Plan. Ob er funktioniert, werden wir jedoch erst in der Zukunft sehen. Bisher sind wir auf einem guten Weg.“

FOTOGRAFIERT IM WERK1
1955 wurde das neue Verwaltungsgebäude (Kopfbau) auf dem Gelände eingeweiht. Zwischen 1956 und 1967 kamen neue Fabrikationsgebäude und Büroflächen hinzu. Die alten Büros wurden für Abfüllerei und Verpackerei umgebaut. Zum Gebäude gehörten damals auch Silos, in denen die verarbeiteten, trockenen Kartoffelprodukte gemischt und abgefüllt wurden. Deren unteres, trichterförmiges Ende – die konischen Auslauftrichter, durch die das Lagergut nach unten abgezogen wurde – ragt in das darunterliegende Geschoss hinein. Es handelt sich also nicht um einen eigens gebauten Saal, sondern um eine Geschossebene, die durch die freiliegenden Betontrichter der ehemaligen Lagersilos geprägt ist. Im Rahmen des laufenden Umbaus des über 60 Jahre alten Gebäudekomplexes sind die Silotrichter seit 2024 geschlossen, um darüber Wohnraum zu schaffen. Das Geschoss darunter, in dem die Trichter zu sehen sind, soll künftig als Bürofläche genutzt werden. Das „Bauen im Bestand“ erwies sich hier als besonders anspruchsvoll: Unter den Trichtern wurde die alte Unterzugsdecke abgebrochen und durch eine abgesenkte Stahlbeton-Flachdecke ersetzt, um den Raum atmosphärisch in Teilen zu erhalten und gleichzeitig in der Zukunft nutzbar zu machen.

T RÄUME.

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Transformation eines Stadtquartiers.
Eine Ausstellung der Werksviertel-Mitte Stiftung zum 30-jährigen Stiftungsjubiläum.

Ort: whiteBOX, Werksviertel-Mitte, Atelierstraße 18

Vernissage: 14.10. · 18:00 Uhr

Lange Nacht der Museen: 17.10. · ab 18:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 14.10. – 31.10.2026

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